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Was wir bei MULTIR tun:

ein Hinweis für Patientinnen und Patienten

WAS IST MULTIR?

MULTIR ist ein europäisches Forschungsprojekt, an dem 17 Partnereinrichtungen aus10 Ländern beteiligt sind. Es wird von der Europäischen Union finanziert. Ziel ist es, Ärztinnen und Ärzten dabei zu helfen, vorherzusagen, welche Behandlung bei jedem einzelnen Patienten am besten wirken wird.

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MULTIR konzentriert sich auf drei Krebsarten: Hautkrebs/Melanom, Lungenkrebs und Blasenkrebs. Alle drei Krebsarten können mit Immuntherapie behandelt werden, und in allen drei Fällen bleibt es eine große Herausforderung vorherzusagen, wer auf die Behandlung ansprechen wird.

WARUM IST DIE KREBSBEHANDLUNG NOCH IMMER SO UNVORHERSEHBAR?

Jeder Mensch ist anders, und jeder Krebs ist anders. Selbst wenn zwei Patientinnen oder Patienten dieselbe Krebsart haben, kann ihr Körper völlig unterschiedlich auf die Behandlung reagieren.

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Das liegt daran, dass Krebs nicht allein agiert, sondern ständig mit dem übrigen Körper interagiert: mit dem Immunsystem, mit Hormonen, mit Lebensstilfaktoren wie Alter und Genetik usw. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nennen dies die Tumor-Wirt-Interaktion: den fortlaufenden Dialog zwischen dem Krebs und der Person, die ihn in sich trägt.

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Das Verständnis dieser Beziehung ist der Schlüssel, um vorherzusagen, wer auf welche Behandlung ansprechen wird.

Genau hier setzt MULTIR an.

WIE GEHEN WIR VOR?

Man kann es sich so vorstellen, als würde ein sehr detailliertes Porträt jedes einzelnen Patienten erstellt.

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Die Forschenden von MULTIR sammeln gleichzeitig Informationen aus vielen verschiedenen Blickwinkeln, nicht nur über den Tumor selbst, sondern auch über das Immunsystem des Patienten, sein Blut, seine Genetik, seinen Lebensstil, seine Umwelt und seine Krankengeschichte. Dadurch entsteht ein wesentlich umfassenderes Bild, als es ein einzelner Test liefern könnte.

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Mithilfe künstlicher Intelligenz können wir Tausende dieser Porträts gemeinsam analysieren und nach Mustern suchen, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler allein nicht erkennen könnten. So lernt die KI, Risiken vorherzusagen, und kann Ärztinnen und Ärzte bei der Entscheidung unterstützen, welche Behandlung mit der größten Wahrscheinlichkeit zu einem guten Ansprechen führt.

WAS IST MIT DEM DATENSCHUTZ?

Dies ist eines der Hauptanliegen von Patientinnen und Patienten, und es ist vollkommen berechtigt.

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MULTIR nimmt den Datenschutz äußerst ernst. Patientendaten werden anonymisiert und verschlüsselt, bevor sie zwischen Forschungsteams ausgetauscht werden. Auf diese Weise wird die KI ohne identifizierbare Patientendaten trainiert.

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Das Projekt befolgt die strengen europäischen Datenschutzvorschriften (DSGVO), und unabhängige Ethikexpertinnen und -experten sind in jeder Phase eingebunden.

WAS IST DAS ENDZIEL?

Ziel ist es, diese Erkenntnisse in praktische Werkzeuge umzusetzen, zum Beispiel KI-basierte Anwendungen, die Ärztinnen und Ärzte in realen klinischen Situationen nutzen können, um Behandlungsentscheidungen für jeden einzelnen Patienten zu unterstützen. Die KI wäre dabei wie eine Assistenz und soll die Meinung der Ärztinnen und Ärzte oder die gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten getroffenen Entscheidungen nicht überstimmen.

WAS BEDEUTET DAS FÜR PATIENTINNEN UND PATIENTEN?

Dank MULTIR könnten Ärztinnen und Ärzte das vollständige Profil eines Patienten betrachten: seinen Tumor, sein Immunsystem, seinen Hintergrund usw., und eine deutlich fundiertere Vorhersage darüber treffen, welche Behandlung am wahrscheinlichsten wirkt.

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Für Patientinnen und Patienten könnte das bedeuten, früher mit der richtigen Behandlung zu beginnen, Behandlungen zu vermeiden, die nicht helfen würden, und weniger Zeit in Ungewissheit zu verbringen.

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Für das Gesundheitssystem würde dies außerdem eine strategischere Nutzung teurer Therapien bedeuten, Verschwendung verringern und vor allem unnötiges Leiden reduzieren.

WIE SIND PATIENTINNEN UND PATIENTEN AN MULTIR BETEILIGT?

Patientinnen und Patienten sowie Patientenvertretungen/-organisationen sind nicht nur die Nutznießer dieser Forschung, sie gestalten sie aktiv mit.

 

In den ersten zwei Projektjahren haben Patientinnen und Patienten sowie Patientenvertretungen aus über 16 Organisationen in 10 Ländern in enger Zusammenarbeit mit dem Forschungsteam des MULTIR-Arbeitspakets zur Einbindung von Stakeholdern Empfehlungen für die Integration von KI in die Krebsversorgung entwickelt. Diese Empfehlungen werden in verschiedenen öffentlichen Foren und Webinaren vorgestellt. Patientenvertretungen haben außerdem zu Diskussionen bei MULTIR-Treffen und beim MULTIR Hybrid Symposium 2025 „Advancing Oncology with AI: Innovative Tools, Better Outcomes“ beigetragen.

 

Erwachsene Patientinnen und Patienten mit Blasenkrebs, Lungenkrebs oder Hautkrebs/Melanom sowie ihre betreuenden Angehörigen sind eingeladen, an einer MULTIR-Umfrage teilzunehmen und ihre Ansichten zur Nutzung von KI in der Krebsversorgung zu teilen. Diese kurze, vertrauliche Umfrage dauert nur 8-10 Minuten und wird dazu beitragen, zukünftige patientenzentrierte Innovationen mitzugestalten: Patient Survey | Multir

 

Schließlich wird die Patient University der Sorbonne University (Frankreich) in Zusammenarbeit mit einer eigens dafür zusammengestellten Beratungsgruppe von Krebspatientinnen und -patienten praktische Empfehlungen und Bildungsinstrumente entwickeln. Kommunikations- und Informationsmaterialien werden hauptsächlich aus Texten, Infografiken, visuellen Werkzeugen usw. bestehen und sich an Patientinnen und Patienten sowie die breite Öffentlichkeit richten. Im Bereich der Bildungsinstrumente soll gemeinsam eine Masterclass zur therapeutischen Patientenschulung mit Schwerpunkt KI in der Krebsversorgung für Krebspatientinnen und -patienten entwickelt werden, ebenso wie Leitlinien für die Integration prädiktiver Modelle in die Patientenschulung und die gemeinsame Entscheidungsfindung.

 

Wenn Sie eine Patientenorganisation vertreten oder Patientin bzw. Patient sind und Ihre Perspektive teilen möchten, freuen wir uns sehr, von Ihnen zu hören: Ihre Stimme zählt.

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